Mein Punkt

Es ist so ziemlich egal, was ich mache. Je mehr ich versuche eine Linie in mir zu finden, desto weiter ist diese entfernt. Ich mache Pläne, versuche Regelmäßigkeiten in meinen Alltag zu bringen, meditiere. Alles brict dann zusammen. MACH DOCH, REIß DICH, DENK‘ NACH, doch all das versinkt in einer Brühe aus Inkonsequenz, aufgeben und negative Strahlung. Ich schaffe es nicht. Ich bin ziemlich autark im Untergang. Ich suche immer noch nach der Pille, die mich wach macht. Ich schlucke Medikamente, habe eine Reha gemacht, Therapien über mich ergehen lassen, und weine immer noch in meinen Kissen, weil ich nicht den Punkt finde um mich aus der Dunkelheit zu hebeln.

Die Sonne scheint

Vorbereitungen hin, Vorbereitungen her, heute geht es mir ein wenig besser denn: die Sonne scheint. Wie die meisten Depressiven, bin ich ziemlich Wetter abhängig. Mein Traum war es schon immer, eine nette Finka oä im Süden zu bewohnen. Es ist kein Wunder, das die Selbstmord-Rate in den nordischen Länder viel höher ist als im Süden. Die Sonne, Quell alles Lebens, gibt mir Kraft. Ich, der shon immer Pessimist war, bin, sein werde, werde fast zum Optimisten wenn das Wetter mitspielt. Vielleicht wir die Kur etwas bringen, dass mich ein wenig wach rüttelt. Who knows?

Ab dem 25. bin ich in der Kur. Ob es nun Klappse oder Nirwana sein wird ist offen. Ich lasse mich überraschen, und werde versuchen möglichst viel mitzuteilen, auch wenn das keiner liest. Gelesen wird es von mir, und ich betrachte das Scheiben, über all dem was mich im Banne hat, auch schon als so eine Art Therapie.

Im Augenblick geht es mir gut

– zumindest nicht ganz schlecht – glaube ich. Ich lebe in eine Welt, die fast immer nicht will wie ich. Schon als recht junger Mensch habe ich den permanenten Druck von Außen bewußt abgelehnt und mich gewehrt. Es fraß mich auf und war immer Feind meines Seins. Ich glaube nicht, daß ich auf dieser Welt bin, um stets, von mir nicht einzusehenden, Notwendigkeiten zu dienen. Es gibt durchaus Notwendigkeiten die für mich nachvollziehbar sind, obwohl ich als Pessimist und Grantkopp ständig darüber meckere, und leide, komme ich diese Notwendigkeiten nach. Ich habe einen Rhythmus mit dem ich fast immer wunderbar zu recht kam. Nicht abgeschottet von dieser Welt, sondern auf meiner Art integriert.
Meine Aufgaben habe ich immer zufrieden stellend erledigt. Nicht umsonst wurden mir Aufgaben angetragen wie Groß-Konzerte (Westfalen Halle Dortmund, Sporthalle Köln etc.), nicht umsonst wurden mir vom Kirchentag 100 000 DM für ein nicht existierendes, und dann im Abschluß hoch gelobtes Projekt angetragen. Ich arbeite nicht schlecht, aber auf meiner Art.
Ich habe Aus-Zeiten genommen für meine Kinder. Ob nun Krabbelgruppe, Kinder-laden oder Schule, alle haben ihre festen Zeiten. Notwendigkeiten die ich nachgehe. Nicht die Äußeren Notwendigkeiten an sich (Termine und Zeiten in den Einrichtungen), sondern die, von mir einsehbare, Notwendigkeit mich um meine Kinder zu kümmern.
Doch es hat sich bei mir einiges verändert. Seit wann oder wieso ist mir einfach nicht klar. Vielleicht liegt es daran, daß ich jetzt wieder mehr Zeit für mich habe. Früher war mein Lebensstil anarchisch. Ich kam, ging und tat was, wo und wie ich es wollte. Die von Außen an mir herangetragenen Notwendigkeiten habe ich locker nebenbei bewältigt, weil ich ansonsten „frei“ war. Mit der Familie hat sich vieles vom Grund auf verändert. Ich kam in ein Lebensrhythmus, daß nah dran war am „Normalen“. Meine Frei-Zonen mußte ich anders einteilen. Es war nicht mehr egal ob ich da bin oder nicht, ob ich genug Geld zu einer bestimmten Zeit verdiente oder nicht. Trotz Bewahrung von Frei-räumen fügte ich mich wieder in die „Gesellschaft“ ein. Ich schrieb weniger, aber ich schrieb. Ich spielte, musizierte weniger aber ich tat es im Rahmen der Frei-räume.
Jetzt könnte ich von meiner Zeit und Familiären Verpflichtungen her, wieder zurück zum anarchischen Leben. Aber ich mache es nicht. Vielleicht bin ich schon zu gesetzt, vielleicht zu alt, obwohl das kann’s nicht sein, vielleicht bin ich einfach zu faul geworden – vielleicht, vielleicht, vielleicht…..aber irgendwie habe ich immer zuviel zu tun. Die Welt klopft nicht, sie hämmert an meiner Tür, und das lähmt mich. Ich habe daß Gefühl die vielen Anforderungen nicht zu schaffen. Aber ich bin doch jetzt Frei – oder? Wenn ich Zeit habe um zu tun, tue ich nichts. Das betrifft in der Hauptsache meine kreative Seite. Indem ich den Teufel ein wenig mit dem Belzebub vertreibe und zumindest ein paar „offizielle“ Arbeiten zu mehr oder wenigen Festen Zeiten erledige, habe ich zumindest das notwendigste teilweise im Griff. Verwaltungkram für mich oder für die GbR der ich angehöre. Ich will es nicht, aber ich muß. Ich soll wollen und will aber nicht sollen.
Seit diesem Jahr mache ich als Präsident des Geierabends offizielle Eröffnungen, so mit Spruch und Band durchschneiden. Es gibt mir ein Hauch von was Neues aus dem alten. Nur es besteht aus 2 Teilen Sollen und nur ein Teil Wollen. Ich muß etwas außerhalb des Geierabends tun, ich muß Geld verdienen. Das Wollen Teil entsteht aus der Tatsache, daß es fast keine Vorschriften für mich gibt. Niemand schreibt mir Texte oder Vorgehensweise vor. Auch wenn ich mit schlechten Deutsch und teilweise unverständlichen Texten (Wirr) hantiere ist es mir egal. Keiner kann mir was vormachen. Ich bin ich. Mein Anarcho kann bei diesen Eröffnungen wieder halbwegs frei laufen. Es ist ein Lichtblick in meinem düsteren Leben.
Auch dieser Text entsteht nicht weil ich es will. Es ist eine Auftrags-Produktion die auch noch in meiner erzwungenen Arbeitszeit entsteht. Ich will nicht damit behaupten, daß dieser Text unnötig wäre, oder nur Zwang. Es hilft auch mir bei der Analyse meines Problems, bei meiner Blockade im Hirn. Vielleicht, aber nur vielleicht kann es mir auch helfen auf dem Weg vom Sollen zu Wollen. Vielleicht bin ich nicht geboren um frei zu sein. Obwohl die frage nach dem warum ich hier bin so nicht geklärt werden kann. Nach berge von Büchern würde ich es wahrscheinlich immer noch nicht wissen. Wenn ich einigermaßen gut drauf bin, beantworte ich mir die frage nach dem Warum mit – ist so – ist nicht zu ändern – joa pfff. Wenn ich schlecht drauf bin…..
Heute ist Donnerstag. Es ist ein schöner Nachmittag und ich sitze auf der Terrasse meiner Familie. Morgen ist dieses Schreiben fällig. Abgabe-Termin. Drei Wochen hatte ich Zeit etwas über meine Gefühle zu schreiben. Es gibt auch so vieles das hier nicht steht, aber wenn ich es schon vor drei Wochen geschrieben hätte, hätte es mir drei Wochen lang verfolgt. Es wäre immer wieder umgeschrieben worden und hätte mich wahrscheinlich noch tiefer in den Wahnsinn getrieben. Ich kann so was nur relativ spontan. Meine besten Lieder, Texte, Gedichte etc. entstanden alle spontan. Ein Text, das nicht nur gebügelt werden muß, sondern auch noch Inhaltlich bearbeitet werden muß, verliert in meinen Kopf. Je länger, desto eher landet es auf dem Müll. Das ist wahrscheinlich auch der Grund dafür, daß ich niemals einen Roman schreiben könnte. Ich habe es versucht. War nix. Teile, die mich ansprachen habe ich dann in Kurzgeschichten verarbeitet. Teile, die passierten und nicht erarbeitet wurden. Mein Leben passiert, und ich kann kaum gegen angehen, also lasse ich auch meine „Kunst“ passieren.Geschrieben für meine Psycho-Theapeutin

Ich bin verrückt, bekloppt, woanders im Kopf.

Ich bin verrückt, bekloppt, woanders im Kopf. Seit nun mehr acht Wochen bin ich offiziell gaga.Ich habe nie wirklich die Notwendigkeit gesehen mein Innerstes an der Öffentlichkeit zu lassen. Ich denke, also bin ich. Ich bin ich und nicht du. er sie es. Diese „Abkapselung“ hat mich schon immer gestützt und mir meine Kraft gegeben. Ich muss nicht immer das wiederholen was ich für richtig empfinde, aber jetzt frisst es mich von innen her auf. Das was ich empfinde, bzw. wie ich etwas empfinde, kann ich nicht zu ausdruck bringen.

Ich schlucke Medikamente, Happypills, mothers (fathers) little helpers. Aber mein Körper scheint sich daran zu gewöhnen, und mein Geist findet Wege um die Wirkung zu umgehen. Eine weile hatte ich das Gefühl alles wird besser, wird wieder gut, doch Pustekuchen. Ich fühle ich schlimmer, verwirrter, kaputter als vorher. Vorher war ich nur bekloppt, und wußte es nicht. Jetzt bin ich es immer noch, weis es aber zusätzlich.

Manchmal wirke ich für die Außenwelt ganz Normal. Ich agiere und reagiere so wie man es von mit erwartet. Aber auch das ich nur Fassade. Ich war schon immer ein recht guter Schauspieler, besonders wenn es um mich und meine Belange ging. Ich bin eh davon überzeugt, dass es fast keine Menschen gibt, die wirklich von Grund auf ehrlich mit ihrem Leben und Ansehen umgehen. Besonders nicht wenn es die Gesellschaft, ob Massen oder Individuen, angeht. Sich wirklich verwirklichende Menschen werden entweder für skrupellose Egoisten gehalten, oder für daneben, verrückt, weltfremd.

Manch Musiker, der jede Note empfinden, in der Musik lebt und oft als begnadet angesehen wird, weis nicht wie man Rechnungen bezahlt oder seine Schuhe zumachen kann. Physiker, die sich in der Welt der Quarks, Quanten und all son zeug, bewegen und sich Wohlfühlen, müssen von ihren Frauen vom Institut abgeholt werden, weil sie sonst nicht nachhause finden (habe ich alles schon erlebt – also ich nicht, andere, aber ich habe es gesehen. War dabei.). Entweder schaffen es diese Menschen, dass man sie als Genies ansieht, oder sie kommen ins Heim.

Schade dass ich so brav bin.

Vor einigen Tagen, las ich in der WAZ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung), dass viele junge Menschen sich durch ihre Offenheit, gerade im Internet, auch zum Teil ihre Zukunft verbauen können. Alkohol-Exzesse, nackt im Stadt-Park oder Ähnliches. Immer mehr Personal-Chefs checken Bewerber im Netz ab. You Tube, Clipfish, My Video und auch Blogs tauchen aus den Tiefen des www’s auf und werfen ein sehr schlechtes Bild auf so manch‘ einer.
Mir kann das nicht passieren. Ich suche nicht so bald eine Stelle, muß mich nirgend wo wirklich rechtfertigen. Ich bin Selbständig, ich bin Künstler und ich bin mit 54 für die Deutsche Industrie eh zu alt.
Schade. Schade, schade schade. Ich trinke so gut wie keinen Alkohol und bin ansonsten ein recht ruhiger Mensch. Nackt im Stadtpark traue ich mir schon zu, aber warum. Ich will doch niemanden erschrecken. Genau das ist es. Ich will nicht erschrecken, ich will mich nicht besaufen. Ich will nur meine Ruhe. Aber ich könnte wenn ich wollte. Eigentlich gut zu wissen.